Heute wurde Rainer Possert im Büro von Bürgermeisterin Elke Kahr das Goldene Ehrenzeichen verliehen. Begleitet von Freunden und seiner Familie nahm Possert die Auszeichnung entgegen, die sein jahrzehntelanges Engagement und seine Verdienste würdigt.
Lebensweg
Rainer Possert hat sich bereits während seines Medizinstudiums in Innsbruck intensiv mit der Rolle der Medizin im Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Er war Mitbegründer der ÖH-Liste „Kritische Medizin" und engagierte sich in der Friedens- und Anti-Atomkraft-Bewegung. 1981 zog Possert nach Graz und eröffnete im Bezirk Liebenau eine Arztpraxis. Zwei Jahre später gründete er gemeinsam mit Kollegen das Sozialmedizinische Zentrum (SMZ) Liebenau, das ein umfassendes medizinisches und psychosoziales Versorgungsangebot etablierte. Demokratische Strukturen und ein ganzheitlicher Ansatz prägten die Arbeit des SMZ. Neben seiner Tätigkeit als Allgemeinmediziner und Psychotherapeut setzte sich Possert intensiv mit der Geschichte des Zwangsarbeiter:innenlagers in Graz-Liebenau auseinander. Seine Recherchen führten zu archäologischen Grabungen und einer breiten öffentlichen Diskussion über dieses dunkle Kapitel der Grazer Geschichte.
Dankeschön
Bürgermeisterin Elke Kahr würdigte Posserts Engagement mit den Worten: „Es ist eine sehr schöne Aufgabe, die ich heute übernehmen darf. Danke vielmals für alles, was du gesehen hast, das andere erst viel später erkannt haben." Rainer Possert zeigte sich tief bewegt und sagte: „Es ist mir eine sehr große Ehre, diese Auszeichnung entgegen zu nehmen."
Mit der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens ehrt die Stadt Graz Rainer Possert für seinen unermüdlichen Einsatz und seine bedeutenden Beiträge zur Aufarbeitung der Vergangenheit und zur Förderung des sozialen Zusammenhalts.